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Die Stadt Zürich fördert in vier städtischen Ambulatorien des Stadtspitals das Projekt Soziale Rezepte.
Das Konzept der Sozialen Rezepte entstand in den 1990er-Jahren im Vereinigten Königreich und hat sich seitdem in weiteren Ländern, darunter Österreich, verbreitet. Im Jahr 2023 hat der Gemeinderat der Stadt Zürich den Vorschlag des Stadtrats zugestimmt, ein ähnliches System einzuführen, und im Jahr 2024 hat die Stadt das vierjährige Pilotprojekt Soziale Rezepte gestartet. Die Initiative zielt darauf ab, den Heilungsprozess durch soziale, kognitive und körperliche Aktivitäten zu unterstützen. Das Hauptziel ist es, die negativen Auswirkungen von sozialer Isolation, Einsamkeit und anderen sozialen Problemen auf die Gesundheit zu verringern.
Soziale Rezepte bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzte soziale, kognitive und körperliche Aktivitäten verschreiben können. Dabei können sie ihre Patientinnen und Patienten an sogenannte „Link Workers“ (Vermittlungsfachpersonen) überweisen, die ihnen helfen, sich in den verschiedenen verfügbaren Angeboten zurechtzufinden. Auf diese Weise erhalten Patientinnen und Patienten, bei denen herkömmliche Therapien nicht ausreichen, Zugang zu einer alternativen Form der Unterstützung, welche gesundheitliche Probleme mit einem erweiterten Ansatz angeht. Menschen, die auch aufgrund sozialer oder finanzieller Belastungen unter gesundheitlichen Beschwerden leiden, können eine Verschreibung für einen Tanz- oder Kochkurs, eine Finanzberatung oder einen Sprachkurs erhalten. Die Mitarbeitenden der Initiative fungieren dabei als Brücke zwischen dem Gesundheitssystem und den sozialen Diensten der Stadt. Dieses Projekt ermutigt Ärztinnen, Ärzte und Patientinnen, Patienten dazu, Gesundheit in einem umfassenderen Sinn zu betrachten und dabei soziale Einflussfaktoren zu berücksichtigen, die für eine bessere Lebensqualität entscheidend sind.
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